Eine relativ neue Methode bei der Spurensuche ist die bloodstain pattern analysis, also die Blutspuranalyse. Allein die Größe und Form einzelner Tropfen auf dem Boden, der Wand, der Decke geben Antwort auf zahlreiche Fragen: Welche Waffe hat der Täter benutzt? Mit welcher Wucht, welcher Geschwindigkeit ist das Blut gespritzt? Aus welcher Richtung kamen die Tropfen? Wo hat die Tat begonnen? Blut kann aus einer Wunde fließen, tröpfeln oder durch die Luft spritzen. Dabei hinterlässt es immer ein Muster. Die kanadische Staatspolizei hat mittlerweile eine Software entwickelt, die Richtung, Flugbahn, Fließgeschwindigkeit und Größe eines Tropfens ermittelt.
Zeitgleich mit der Spuren-Analyse wird die Leiche selbst penibel untersucht. Bei der Autopsie wird sie vermessen, gewogen, Hautfarbe, Hautkonsistenz, Haare und Zähne begutachtet. Anschließend werden Kopf, Brust und Bauchhöhle geöffnet, alle Organe entnommen und begutachtet, sowie Blut, Speichel und Magen/Darm-Inhalt entnommen und im Labor untersucht. Bis zu zehn Stunden steht der Pathologe dabei am Seziertisch. Zur Identifizierung der Leiche werden neben Fingerabdrücken, Narben, Tätowierungen, Knochenbrüche und früheren Operationen vor allem Zähne herangezogen. Denn diese sind so widerstandsfähig, dass sie zum Beispiel auch bei Brandopfern häufig noch intakt sind. Anhand von Röntgenbildern können die Plomben und der Zustand der Zähne mit Unterlagen von Zahnärzten verglichen werden.
Der Toteszeitpunkt wird in der Regel durch die Temperatur, das Erscheinungsbild der Totenflecken und die Ausprägung der Totenstarre bestimmt. Diese Parameter helfen jedoch nur bis etwa drei Tage nach dem Tod, danach sind sie nicht mehr verwertbar. Hier kommt oft die forensische Entomologie ins Spiel. Durch die Analyse von Insekten, die den toten Körper befallen haben, kann die Leichenliegezeit exakt bestimmt werden. Denn vor allem Leichen, die im Freien liegen, werden sukzessiv von bestimmten Insektenarten besiedelt. Die Zusammensetzung dieser Insektengruppen, sowie deren Alter und Größe sind typisch für ein bestimmtes Stadium des Zerfalls der Leiche, da jede dieser Tierarten die Leiche zu ganz bestimmten Zeiten als Nahrungsquelle, Brutstätte und Lebensraum nutzen und diese danach verlassen.
Ist ein Verdächtiger gefunden, werden nun alle Spuren abgeglichen. Und im besten Fall der Täter einwandfrei überführt.
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